
Dieses Phänomen wurde im Arktisbericht 2024 der NOAA ausführlich dokumentiert, der aufzeigt, wie die globale Erwärmung und der Anstieg der Treibhausgasemissionen die Arktis zu irreversiblen Veränderungen treiben.
Brände und Kohlenstofffreisetzung
Die circumpolaren Brände, die in dieser Region einst selten waren, sind mittlerweile eine Konstante. Die Tundra, einst gefroren und in der Lage, enorme Mengen an Kohlenstoff zu speichern, setzt nun jährlich durchschnittlich 207 Millionen Tonnen Kohlenstoff frei und verschärft damit die globale Klimakrise.
Der Anstieg der Brände steht in direktem Zusammenhang mit dem Anstieg der Temperaturen: Der Permafrost in Alaska verzeichnete 2024 die zweithöchsten jemals gemessenen Temperaturen. Die im Bericht enthaltene Karte zeigt, dass die am stärksten von Bränden betroffenen Gebiete, die in Lila eingefärbt sind, zu den Hauptquellen von Kohlendioxid geworden sind.
Im Gegensatz dazu werden die grünen Zonen, die noch als Kohlenstoffspeicher fungieren, immer seltener.
Meereis und steigende Temperaturen
Das arktische Meereis, ein entscheidender Indikator für die globale Klimagesundheit, erreichte im September 2024 die sechstniedrigste Ausdehnung in 45 Jahren Satellitenbeobachtungen. Dies folgt einem besorgniserregenden Trend, mit den 18 niedrigsten Werten der letzten 18 Jahre.
Die Regionen des Arktischen Ozeans, die im August eisfrei waren, verzeichneten seit 1982 einen Anstieg der Oberflächentemperaturen um 0,3°C pro Jahrzehnt. In einigen Gebieten, wie den flachen Gewässern der Arktis, lagen die Sommertemperaturen 2-4°C über dem Durchschnitt des Zeitraums 1991-2020, was auf einen immer schnelleren Klimawandel hinweist.
Fauna und Flora in Schwierigkeiten
Der Klimawandel verändert das arktische Ökosystem tiefgreifend.
Die großen Herden von Wanderkaribus, die einst die Tundra dominierten, sind in den letzten Jahrzehnten um 65% zurückgegangen.
Die inneren Herden bleiben auf den niedrigsten jemals verzeichneten Niveaus, während nur die kleinen Küstenherden der westlichen Arktis Anzeichen einer Erholung zeigen. Die immer häufigeren Regen-auf-Schnee-Ereignisse schaffen eine Eisschicht, die den Tieren den Zugang zu Nahrung verwehrt.
Dieses Phänomen, zusammen mit dem Anstieg der Niederschläge und den kürzeren Schneesaisonen, stellt eine Herausforderung für das Überleben vieler Arten dar. Auch das marine Ökosystem erfährt tiefgreifende Veränderungen: Während die Populationen der Eisrobben relativ stabil bleiben, ändert sich ihre Ernährung drastisch, da sie aufgrund der Erwärmung der Gewässer vom arktischen Kabeljau zum Safran-Kabeljau wechseln.
Klimarekorde und extreme Phänomene
Das Jahr 2024 bestätigt sich als das zweitwärmste Jahr, das jemals in der Arktis verzeichnet wurde. Die Temperaturen steigen weiter an und beeinflussen den Schneekreislauf.
In einigen Gebieten der zentralen und östlichen Arktis von Kanada war die Schneesaison die kürzeste in 26 Jahren, mit Schmelzen, die ein bis zwei Wochen früher beginnen als in der Vergangenheit. Die Beobachtungen zeigen auch einen Anstieg der Planktonblüten in weiten Teilen der Arktis seit 2003, mit erheblichen Auswirkungen auf die marine Nahrungskette.
Allerdings verzeichnete das Jahr 2024 Werte unter dem Durchschnitt, ein weiteres Indiz für die klimatische Instabilität.
Globale Auswirkungen und Handlungsbedarf
Die dokumentierten Veränderungen in der Arktis beschränken sich nicht auf diese Region, sondern haben globale Auswirkungen. Der Übergang der Tundra von einem Speicher zu einer Quelle von Kohlenstoff beschleunigt die Klimaerwärmung, während der Verlust des Meereises die Meeresströmungen verändert und die planetare Erwärmung verstärkt.
Der Arktisbericht 2024 unterstreicht die Dringlichkeit gezielter Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels.
Die Integration des indigenen Wissens und der von den Gemeinschaften geleiteten Forschungsprogramme kann Lösungen bieten, um sich an diese Veränderungen anzupassen.
Ohne eine signifikante Reduktion der Treibhausgasemissionen droht die Arktis jedoch, sich irreversibel zu verändern, mit schwerwiegenden Folgen für den gesamten Planeten.






