
Laut dem Global Energy Monitor baut China fast zwei Drittel der weltweit groß angelegten Solar- und Windkraftanlagen und festigt damit seine Führungsposition als größter Produzent erneuerbarer Energien.
Dennoch bleibt dieses Land auch der größte Kohleverbraucher, die umweltschädlichste fossile Quelle.
Diese Dualität zwischen grüner Innovation und Kohleabhängigkeit macht Chinas Rolle entscheidend für die Zukunft des globalen Klimas.
China: Globaler Motor für grüne Technologien
In den letzten Jahrzehnten hat China massiv in erneuerbare Energien und Klimatechnologien investiert, mit dem doppelten Ziel, den grünen Übergang zu führen und die eigene Wirtschaft anzukurbeln.
Heute dominiert es die Sektoren Solar, Wind, Batterien und Elektrofahrzeuge.
Allein im September hat China etwa 20 Gigawatt Solarenergie installiert, was dem Bedarf von 3,6 Millionen Haushalten in den Vereinigten Staaten entspricht. Diese Führungsrolle beschränkt sich nicht nur auf den Binnenmarkt. Chinesische Elektrofahrzeuge erobern Showrooms in Lateinamerika und Afrika und festigen Chinas Präsenz in den Schwellenmärkten.
Seit 2016 hat die chinesische Regierung über 24 Milliarden Dollar mobilisiert, um Entwicklungsländern bei der Bewältigung des Klimawandels zu helfen, ein Ansatz, der wirtschaftliche Strategie und Klimadiplomatie kombiniert.
Kohle: Ein Dilemma für Chinas Zukunft
Trotz des Booms der erneuerbaren Energien stammt mehr als die Hälfte der chinesischen Energie immer noch aus Kohle.
Im Jahr 2023 war China für 95% der weltweit neu gebauten Kohlekraftwerke verantwortlich.
Viele dieser Infrastrukturen arbeiten jedoch nicht mit voller Kapazität.
Chinesische Kohlekraftwerke laufen im Durchschnitt mit 50% ihrer Kapazität und werden hauptsächlich als Reserve in Zeiten geringer Produktion aus erneuerbaren Energien oder bei Dürreperioden genutzt, die die Wasserkraft reduzieren. Die politischen und sozialen Druckmittel im Zusammenhang mit dem Kohlesektor, der Millionen von Menschen beschäftigt, stellen eine erhebliche Herausforderung für die Klimaziele des Landes dar.
Wie Experten betonen, gibt es in China “Kohleregionen”, die mit West Virginia in den Vereinigten Staaten vergleichbar sind, wo lokale Interessen einen schnellen Energiewandel behindern.
Klimaziele und die entscheidende Rolle Chinas
China hat sich verpflichtet, bis 2030 1.200 Gigawatt erneuerbare Energien zu bauen, ein Ziel, das sechs Jahre früher erreicht wurde.
Darüber hinaus prognostizieren viele Experten, dass die chinesischen Klimaverschmutzungsniveaus bis 2024 ihren Höhepunkt erreichen werden, was den Weg für signifikante Reduzierungen ebnet.
Analysten erwarten, dass China ein Ziel für 2035 mit einer Reduzierung der Emissionen um 25-30% gegenüber dem Höchststand ankündigen wird.
Diese Ziele sind nicht nur eine Umweltfrage, sondern auch eine wirtschaftliche.
Die Stärkung der Führungsposition in sauberen Technologien könnte Chinas Vorteil im globalen Wettlauf um eine grüne Wirtschaft weiter festigen und Konkurrenten wie die Vereinigten Staaten übertreffen, deren Klimaverpflichtung unsicherer erscheint.






