Die extreme Hitzewelle macht Städte unbewohnbar: Wie überleben?
Die chinesischen Megastädte wie Shanghai und Hangzhou erleben unerträgliche klimatische Bedingungen und bieten uns einen Vorgeschmack auf die Zukunft, die viele andere Städte erwarten könnte.
Der Anstieg extremer Temperaturen, verschärft durch die Feuchtigkeit, verwandelt diese Orte in regelrechte “Öfen” und zwingt ihre Bewohner, innovative Lösungen zu finden, um sich anzupassen.
Die Herausforderung der extremen Hitze
Im Monat Juli verzeichnete Peking Temperaturen über 40°C, was sowohl Einwohner als auch Touristen dazu zwang, UV-Schutzmasken und tragbare Kühlgeräte zu verwenden. In Hangzhou, einer Stadt, die für ihre natürlichen Landschaften bekannt ist, überschritt das Thermometer am Boden (nicht in der Luft) 72°C, während städtische Oberflächen wie Bänke und Geländer glühend heiß waren. Die Städte, mit ihrer dichten Struktur und der von Asphalt und Beton eingeschlossenen Hitze, verstärken den sogenannten “Wärmeinsel-Effekt”.
Laut dem IPCC hat sich die Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen in den letzten zehn Jahren erheblich erhöht, wobei die extreme Hitze nun jährlich etwa eine halbe Million Menschen betrifft.
Wenn nicht schnell gehandelt wird, deuten Prognosen darauf hin, dass bis 2100 ein Drittel der Weltbevölkerung in Gebieten mit unerträglichen Temperaturen leben könnte.
Wie man mit Hitze und Feuchtigkeit umgeht
Die Kombination aus hohen Temperaturen und hohen Feuchtigkeitswerten erhöht das Risiko von Hitzeschlägen.
In vielen chinesischen Städten wie Chongqing, Shanghai und Hongkong verschärft das Monsunklima die Situation, da es das Schwitzen, den Hauptmechanismus des menschlichen Körpers zur Wärmeabgabe, unwirksam macht.
Laut jüngsten Studien stellt ein Wert von 35°C “Wet Bulb Temperature” (WBT) die Überlebensgrenze für den Menschen dar, während niedrigere Werte um 28°C WBT bereits ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen können.
Innovative städtische Lösungen
Chinesische Städte setzen fortschrittliche Strategien ein, um das Problem der städtischen Hitze zu mildern. Dazu gehören die Ausweitung des städtischen Grüns und die Einführung innovativer Baumaterialien.
Vertikale Wälder und Gründächer
In Liuzhou in der Provinz Guangxi wird eine “vertikale Waldstadt” gebaut, mit Gebäuden, die Tausende von Bäumen und Sträuchern beherbergen sollen.
Dieses Modell reduziert nicht nur die Hitze, sondern verbessert auch die Luftqualität. Shenzhen hingegen hat Gründächer implementiert, die die Umgebungstemperaturen um etwa 1°C senken und den Energieverbrauch für die Kühlung um 8% reduzieren.
Passive Kühlmaterialien
Eine weitere kostengünstige und nachhaltige Lösung sind “kühle Dächer”, die mit hellen Materialien oder reflektierenden Farben beschichtet sind.
Diese Technologie kann die Innentemperatur von Gebäuden um bis zu 3,3°C senken und somit den Bedarf an Klimaanlagen reduzieren.
Das Unternehmen SkyCool Systems entwickelt innovative Materialien, die die Wärme direkt in den Weltraum reflektieren und eine Alternative zu herkömmlichen Kühltechnologien bieten.
Stadtparks als Zufluchtsort
Der Fish Tail Park in Nanchang, der als Teil des “Schwammstadt”-Programms zur Hochwasserkontrolle entworfen wurde, bietet ein Beispiel für einen grünen Raum, der sowohl Hitze als auch Feuchtigkeit mildert.
Dieser 51 Hektar große Park, bestehend aus bewaldeten Inseln und Feuchtgebieten, weist durchschnittlich um 2-4,6% niedrigere Temperaturen auf als die umliegenden Straßen. Bäume spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sie können die Oberflächentemperatur um bis zu 12°C senken.
Laut einer Studie der Xi’an Jiaotong-Liverpool Universität kann die Schaffung von städtischen Wäldern in weniger als einem Kilometer Entfernung von Wohngebieten die hitzebedingten Todesfälle erheblich reduzieren.
Die soziale Belastung durch extreme Hitze
Hitzewellen treffen die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen, wie ältere Menschen, Freiluftarbeiter und einkommensschwache Gemeinschaften, unverhältnismäßig stark.
In vielen Städten des globalen Südens wie Mumbai, Lagos und Manila erhöht der Mangel an Zugang zu Klimaanlagen und angemessener Infrastruktur das Risiko für Millionen von Menschen. Um das Problem anzugehen, haben einige Städte wie Hangzhou unterirdische Schutzräume in klimatisierte öffentliche Bereiche umgewandelt, die nicht nur Schutz vor der Hitze bieten, sondern auch Dienstleistungen wie kostenloses WLAN und Räume für soziale Aktivitäten.
Verwaltungsmaßnahmen als sofortige Antwort
Experten zufolge ist eine der ersten Maßnahmen die Verbesserung des Verwaltungsmanagements von Notfällen.
Dies umfasst die Änderung der Schul- und Arbeitszeiten, die Schaffung öffentlicher Erfrischungspunkte mit Trinkwasser und temporären Kühlzonen.







