
Dieses Phänomen, bekannt als durch Verschmutzung induzierte Wolkenvereisung, könnte erklären, warum einige Gebiete in der Nähe von Industrieanlagen intensivere Schneefälle erleben als andere. Die Forscher haben herausgefunden, dass die von Fabriken und Kohlekraftwerken in die Atmosphäre freigesetzten Schadstoffpartikel einen Wolkenvereisungsprozess bei Temperaturen zwischen -10°C und -24°C auslösen können.
Diese Umwandlung erfolgt, wenn unterkühlte Wassertröpfchen (Wasser in flüssiger Form bei Temperaturen unter null) um feste Kerne gefrieren, die von den von den Industrien emittierten Aerosolen bereitgestellt werden. Diese Kerne wirken als Katalysatoren und begünstigen die Bildung von Eiskristallen, die beim Niederschlag Schneefälle erzeugen.
Industrieemissionen führen nicht nur feste Partikel in die Atmosphäre ein, sondern können auch Wärme und Wasserdampf freisetzen, was das Phänomen weiter verstärkt. Die Forschung, die mit Hilfe von Infrarot-Satellitenbildern des Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) an Bord des NASA-Satelliten Terra durchgeführt wurde, überwachte 67 Industrieanlagen.
Die Daten zeigten eine Verringerung der flüssigen Wolkendecke in den windabgewandten Bereichen im Vergleich zu den Emissionsstandorten.
An ihrer Stelle bildeten sich Eiswolken, die weniger Sonnenlicht reflektieren und lokale Schneefälle begünstigen.
Eines der deutlichsten Beispiele wurde in der Nähe des Zementwerks von Fokino in Russland beobachtet, wo die Industrieemissionen eine sichtbare Schneespur auf dem windabgewandten Boden hinterließen. Laut der Studie können die durch Vereisung induzierten Schneefälle tägliche Akkumulationen von 15 mm erreichen, mit einer durchschnittlichen Intensität von 1,2 mm/Stunde.
Diese Schneefälle, obwohl lokal begrenzt, können erhebliche Auswirkungen auf die Gemeinschaften haben, die im Windschatten der Industrieanlagen leben.
Ein einzelnes Ereignis kann mehr als 1,3 cm Schnee auf Gebiete ablagern, die größer sind als eine Stadt.
Die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf lokale Unannehmlichkeiten.
Eiswolken reflektieren etwa 14% weniger Sonnenlicht als flüssige Wolken, was mögliche Auswirkungen auf die Energiebilanz des Planeten und die globale Erwärmung haben könnte.






