
Umgeben von Bergen, die das Eindringen von Schmelzwasser aus Gletschern verhindern, verzeichnen diese Täler extrem niedrige Luftfeuchtigkeitswerte und haben seit 1960 bis in die frühen 2020er Jahre keinen Regen gesehen.
Am 18.
März 2022 ereignete sich jedoch ein außergewöhnliches Ereignis, als eine subtropische Luftströmung eine plötzliche Hitzewelle verursachte und die Temperaturen auf über 21°C über dem Durchschnitt anstiegen, ein Phänomen, das bei Wissenschaftlern große Besorgnis auslöste. Professor J.
E. „Jeb“ Barrett vom Department of Biological Sciences der Virginia Tech beschloss, diesen drastischen Klimawandel zu untersuchen.
Die Ergebnisse der Studie, die am 5.
August in der Zeitschrift Earth’s Future der American Geophysical Union veröffentlicht wurden, zeigten, dass dieser „meteorologische Riss“ Rekordsterblichkeitsraten bei wirbellosen Organismen verursachte, die auf ihre Fähigkeit angewiesen sind, den Winter in einem „gefrorenen und dehydrierten“ Zustand zu überleben. Während des Ereignisses taute der zuvor gefrorene Boden schnell auf, was das Überleben mikroskopischer Tiere wie Rädertierchen, Bärtierchen und Nematoden beeinträchtigte, die sich zu dieser Jahreszeit (entsprechend dem Herbst auf der Nordhalbkugel) darauf vorbereiten, in einen Ruhezustand zu gehen, der für das Überleben der kältesten Monate unerlässlich ist. Barretts Team nutzte multispektrale Satellitenbilder, um das Ausmaß des Bodenschmelzens zu analysieren.
Durch die Untersuchung der Satellitenbilder vor und nach dem 18.
März identifizierten sie Bereiche, die dunkler erschienen, was auf das Hinzufügen von Wasser durch das Schmelzen von Eis hinwies, anstatt auf einfache Schatten, die durch Wolken oder die bergige Topographie verursacht wurden. Im Dezember 2022 ermöglichten weitere Forschungen die Entnahme von Bodenproben aus den Tälern, wobei festgestellt wurde, dass die Sterblichkeitsrate in den vom März-Ereignis betroffenen Gebieten über 50% lag.
Diese Sterblichkeitsrate ist nur vergleichbar mit der in Experimenten beobachteten, die extreme Gefrier- und Auftau-Behandlungen untersuchen. Diese Ergebnisse verdeutlichen nicht nur die Anfälligkeit der antarktischen Ökosysteme für schnelle Klimaveränderungen, sondern unterstreichen auch die Bedeutung der McMurdo-Trockentäler als einzigartigen Standort für wissenschaftliche Forschung, dank der drei Jahrzehnte gesammelter Daten zu Meteorologie, Wasserfluss und Bodenorganismen.
Die Untersuchung der Auswirkungen von Ereignissen wie dem im März 2022 ist entscheidend, um vorherzusagen, wie Ökosysteme und Organismen auf zukünftige Klimaveränderungen reagieren werden, ein Forschungsbereich, der laut Atmosphärenwissenschaftlern immer wichtiger wird, da weitere Wetteranomalien in der Antarktis vorhergesagt werden.






