Die Analyse der alten Zähne hat gezeigt, dass Veränderungen in den Essgewohnheiten im Laufe der Jahrtausende einen starken Einfluss auf die orale Gesundheit hatten.Insbesondere hat die Forschung einen Anstieg der Karies in der modernen Zeit hervorgehoben, obwohl unsere prähistorischen Vorfahren viel weniger fortschrittliche Mundhygiene-Praktiken hatten.
Dies wirft die Frage auf, ob Karies ein vorwiegend modernes Problem ist. In einer Kalksteinhöhle im Landkreis Limerick in Irland wurden zwei Mahlzähne aus der Bronzezeit (ca. 2280-2140 v.
Chr.) gefunden.
Der Fund war bedeutend, weil diese Zähne eine große Menge an Streptococcus mutans enthielten, einem Bakterium, das eng mit der Entwicklung von Karies verbunden ist.
Das reichliche Vorhandensein dieses Bakteriums in den alten Zähnen war unerwartet, da sich bakterielle DNA selten in so alten Überresten erhält.
Darüber hinaus war der Zahnschmelz der Mahlzähne intakt, was darauf hindeutet, dass die bakterielle Besiedlung noch in einem frühen Stadium war.
Dies bot eine einzigartige Perspektive auf die mikrobielle orale Ökologie unserer Vorfahren. Eine vergleichende Analyse zwischen Streptococcus mutans in alten und modernen Zähnen zeigte eine parallele Evolution des Bakteriums in Bezug auf die Veränderungen unserer Ernährung. Während der prähistorischen Zeit, mit einer weniger raffinierten und reich an unverarbeiteten Lebensmitteln Ernährung, war das Bakterium weniger verbreitet.
Mit der Einführung der Getreidewirtschaft im Neolithikum (ca. 10.000 Jahre v.
Chr.) begann seine Präsenz jedoch zu wachsen.
Die drastischste Veränderung erfolgte im 19.
Jahrhundert, als raffinierte Zucker in der menschlichen Ernährung verbreitet wurden, was die Vermehrung und Virulenz dieses Bakteriums beschleunigte und zu einem exponentiellen Anstieg der Karies führte. Diese Studie erklärt nicht nur den bemerkenswerten Anstieg der Karies in der modernen Ära, sondern hebt auch ein breiteres Problem hervor: den Verlust der Biodiversität in unserem oralen Mikrobiom.
Die Forscher entdeckten nämlich das Vorhandensein von zwei verschiedenen Stämmen von Tannerella forsythia, einem Bakterium, das mit Parodontalerkrankungen in Verbindung gebracht wird, in den alten Zähnen.
In der modernen Welt ist jedoch nur einer dieser Stämme vorhanden, was darauf hindeutet, dass unsere Vorfahren von einem vielfältigeren oralen Ökosystem profitierten.
Dieser Verlust an Vielfalt könnte erklären, warum orale Infektionen heute häufiger sind und warum unser orales Immunsystem anfälliger ist. Die Forschung eröffnet neue Perspektiven für die Prävention und Behandlung von oralen Erkrankungen.
Einige Studien schlagen die Entwicklung spezifischer oraler Probiotika vor, um ein gesundes Gleichgewicht im Mikrobiom des Mundes zu fördern.
Andere erforschen Methoden der Zahnhygiene, die von alten Praktiken inspiriert sind, und Diäten, die die bakterielle Vielfalt fördern.
Die Verbindung zwischen unserem modernen Lebensstil und der oralen Gesundheit ist offensichtlich, und das Verständnis der Entwicklung der Zahngesundheit im Laufe der Geschichte könnte uns helfen, unseren Ansatz zur Mundhygiene in Zukunft zu überdenken.
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